mount olives

Ölberg

Die Aussicht vom Ölberg auf die Stadt am Morgen mit der Sonne im Rücken und der Altstadt zu Füßen ist atemberaubend. Der Berg liegt 872 Meter über dem Meeresspiegel und fast 60 Meter oberhalb der Stadt und daher ist dieser Aussichtspunkt einer der schönsten Orte in Jerusalem – und gleichzeitig einer der interessantesten.

Ölberg

Manchmal ist es hier voller Reisegruppen, ganz einfach, weil Fremdenführer ihren Touristen hier fast alles zur Geschichte Jerusalems erzählen können, von Abraham bis Obama. Man kann hier sogar über die Zukunft sprechen. Das Tal zwischen dem Ölberg und der Altstadt wird Josaphattal genannt. Die Bedeutung von Josaphat ist „Gott wird richten“. Gläubige aller drei monotheistischen Religionen glauben, dass der Berg eine Rolle am Tag des Jüngsten Gerichts spielen wird. Fromme Juden glauben, dass alle Juden vom Tod auferstehen werden, wenn der Messias kommt. Jene Juden aber, die auf dem Ölberg begraben sind, werden die Ersten sein, die auferstehen. Einige Christen glauben, dass Christus an diesem Ort zurück zur Erde kommen wird, da er von hier aus in den Himmel auffuhr. Die Muslime glauben, dass eine schmale Brücke den Tempelberg mit dem Ölberg verbinden wird und dass nur die Gerechten die Brücke sicher werden überqueren können, während die Sünder an den Seiten hinabstürzen werden.

Der Jüdische Friedhof

Dieser Friedhof auf dem Ölberg ist der älteste jüdische Friedhof aller Zeiten, der heute noch genutzt wird. Seit hunderten von Jahren werden Juden hier beerdigt, einige der Gräber können bis auf die Zeit des ersten Tempels (vor 2500 Jahren) zurückdatiert werden.

Im Judentum wird der Tod als unrein betrachtet, weshalb die Toten so schnell wie möglich begraben werden und zwar außerhalb der Stadt. Juden beerdigen ihre Toten nicht in einem Sarg, sondern nur in ein Leinentuch gewickelt. Dreißig Tage nach der Beerdigung wird ein Grab errichtet, mit einem Stein, auf dem der Name, das Geburtsdatum und das Todesdatum eingraviert sind. Viele Gräber haben eine kleine Nische für eine Kerze. Üblicherweise wird der Toten jedes Jahr an ihrem Todestag gedacht und eine Kerze an ihrem Grab angezündet. Nur selten gibt es auf jüdischen Friedhöfen Blumen. Dafür liegen auf vielen Gräbern kleine Steine. Steine auf ein Grab zu legen ist kein Gebot, aber es ist eine Tradition, die von religiösen Juden weiterhin praktiziert wird. Es gibt keine eindeutige Erklärung für dieses Ritual. Einige sagen, man könne mit den Steinen zeigen, dass man das Grab besucht hat. Daher liegen auf den Gräbern berühmter Persönlichkeiten viele Steine. Eine andere Erklärung ist die symbolische Beteiligung an der Errichtung des Grabsteins.

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