Die Deutsche Kolonie

Es gibt keinen anderen Ort der Welt, an dem eine Siedlung von wenigen hundert Deutschen so viele Geschichten hervorgebracht hat. Haifa,wo ihre erste Siedlung errichtet wurde, ist ein guter Punkt um die Templer einzuführen. Der Name dieser Bewegung, Templer, sagt schon viel über sie aus. Die Templar betrachteten jedes Individuum als einen eigenen Tempel. Aus diesem Grund gab es bei ihnen auch keine Kirchen sondern stattdessen Gemeindehäuser. Sie glaubten, dass die Rückkehr Jesu Christi nur dann eintreten würde, wenn sie im Heiligen Land ein Leben nach den Geboten Jesu und der biblischen Propheten führen wüden. Wegen ihrer extremen Ansichten wurden sie 1858 von der Evangelischen Kirche ausgeschlossen. Zehn Jahre später, 1868, erfüllten sie ihren Traum vom Leben im Heiligen Land und siedelten in ihrer ersten Kolonie in Haifa. Mit Hilfe moderner Ausrüstung versuchten sie den Boden zu bestellen. Nach einer Reihe von Plünderungen und Verfolgungen durch die lokale Bevölkerung kehten sie der Landwirtschaft letztlich den Rücken zu und begannen in Tourismus und Handwerk tätig zu werden. Sie begrüdeten einen regelmäßigen Postkutschenverkehr zwischen den Städten, boten saubere Hotels und waren die ersten, die Maschienen in ihren Werkstätten nutzten.

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Im Verlauf der Jahre ließ ihr messianischer Eifer nach und sie betrachteten sich weniger als die Avant-Garde, die die Rückkehr Jesu Christi beschleunigen würden, denn als im Ausland lebende Deutsche. Sie kehrten in die evangelische Gemeinde zurück und errichteten in einigen ihrer Siedlungen Kirchen. In den 1930er Jahren sympathisierten sie mit den Nationalsozialisten und meldeten sich zur Wehrmacht. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges fanden sie sich plötzlich als Einwohner eines feindlichen Staates unter britischer Herrschaft. Einige wurden nach Australien deportiert, andere nach Deutschland. Heute gibt es noch zwei Templergemeinden, eine Melbourne und eine in Stuttgart.

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Die Templer sind schon lange verschwunden, doch ihre Häuse stehe noch. Im 1952 unterzeichneten Wiedergutmachungsabkommen zwischen Israel und der BRD wurde das Eigentum der Templer von den Entschädigungen abgezogen. Heute ist die Deutsche Kolonie in Haifa ein Szeneviertel mit diversen Restaurants, Bars und Cafés.

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