Kirche St. Peter

Öffnungszeiten: 8:00-11:45, 15:00-17:00

Zur biblischen Geschichte des heiligen Peter

Im Christentum ist Jaffa eng mit einem Ereignis verknüpft, das sich nach der Rückkehr des auferstandenden Christi in den Himmel ereignete. Petrus, einer der bedeutenderen Apostel, hält sich im Haus eines Gerbers, Simon, auf. Er geht hinauf auf das Dach um zu beten, dort fällt er in Trance.  Er träumt von einem Leinentuch mit allen möglichen Sorten von Tieren darauf, das vom Himmel hinunter kommt. Gleichzeitig ruft eine Stimme aus dem Himmel ihm zu, er solle die Tiere schlachten und essen. Petrus sträubt sich mit der Begründung, er habe noch nie etwas Unreines gegessen, etwas das nicht koscher und daher den Juden untersagt ist. Doch die Stimme antwortet ihm und fordert ihn auf, niemals etwas „unrein“ zu nennen, was der Herr erschaffen hat. (Apostelgeschichte 10,15).

St. Peter’s Church - Jaffa

St. Peter-Kirche

Diese Vision des Petrus hat eine große Bedeutung. Obwohl viele Menschen es nicht wissen, begann das Christentum als eine jüdische Sekte. In keiner der Geschichten des Neuen Testaments wird Jesus mit der Idee zitiert, dass er eine neue Religion gründen wollte oder dass seine Anhänger Sonntags statt Samstags in die Kirche gehen sollten. Jesus wurde als Jude geboren, seine Jünger waren Juden, er predigte zu Juden und bekam ein jüdisches Begräbnis. Erst nach Jesu Tod versuchten Petrus, der als der erste Papst bekannt ist und Paulus, der wichtigste Apostel Jesu, Christentum und Judentum zu trennen. Später, im gleichen Kapitel, kommt Petrus nach Caesarea um dort den ersten nicht-Juden zu taufen, der zum Christentum übertritt. Die Vision des Petrus und die Taufe des Cornelius und damit dessen Übertritt zum Christentum sind erste Schritte im langen Prozess in dem sich das Christentum vom Judentum loslöste. Dieser Prozess erfolgte schrittweise und wurde erst am Anfang des vierten Jahrhunderts mit dem Konzil von Nicäa abgeschlossen. Dieses Konzil, das seinem Namen von seinem Versammlungsort, dem hellenistischen Nicäa (in der heutigen Türkei), hat und das im Jahr 325 stattfand, war entscheidend für die weitere Entwicklung des Christentums. So wurde z.B. beschlossen, die Termine von Pessach und Ostern zu trennen. Ostern wurde von nun an am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling (genauer, nach der Frühjahrs-TagundNachtgleiche) gefeiert. Bis dahin hatten die frühen Christen Ostern während der jüdischen Pessachfeiertage gefeiert.

Die Kirche

Die St. Peters Kirche steht an dem Ort, an dem, nach christlicher Tradition, das Haus des Simon des Gerbers stand. Die Kirche unterscheidet sich dadurch von anderen Kirchen, dass ihre Apsis und der Altar sich auf der westlichen Seite der Kirche befinden, zum Zeichen dafür, dass der Ort besonders für die westliche, nicht-jüdische Welt symbolträchtig ist. Und noch etwas verdient Erwähnung: das Kreuz vorne in der Kirche steht auf einem Felsen. Jesus sagte Petrus in der Nähe der Baniasquelle (eine der Quellen des Jordans), er sei der Fels auf dem seine Kirche gebaut würde. Ein anderer Name des Petrus ist Cepha, das aramitische Wort für Felsen. Als die St. Peterskirche in Jaffa gebaut wurde, brachte man einen Felsbrocken von der Baniasquelle und befestigte das Kreuz darauf. Die Kirche wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Ein Großteil der heutigen Kirche stammt aus dem Jahr 1894. Die Errichtung der Kirche wurde vom spanischen Königshaus finanziert, weshalb sie in spanischem Stil erbaut wurde.

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