Israelischer Supermarkt

Ein Besuch im israelischen Supermarkt

In Masada können Sie eine Menge über die Geschichte Israels lernen, aber wenn Sie etwas über die modernen Israelis erfahren möchten, gehen Sie einfach in den nächsten Supermarkt. Israelis kaufen alles im Supermarkt – Milchprodukte, Fleisch, Obst und Gemüse, Brot, Getränke und mehr. Normalerweise wird nicht nur für eine Mahlzeit eingekauft, sondern ausreichend Vorrat für mehrere Tage. Israelis leben im Schnellschritt und das Ziel ist Zeitsparen. Es bleibt keine Zeit das Fleisch beim Metzger, frisches Gemüse auf dem Markt und einen guten Wein im Weinladen zu suchen, man ist in Eile. In Tel Aviv und an manchen anderen Orten lernt man hochwertiges Essen und fremde Küche zunehmend zu schätzen, aber wir können noch viel von den Franzosen und Italienern lernen.

Kaschrut (Jüdische Speisegesetze)

Bevor ich davon schreibe, was es in einem israelischen Supermarkt gibt, lassen Sie mich zuerst erzählen, was Sie in der Regel nicht finden werden: Schweinefleisch und Meeresfrüchte. Anders als das Christentum, das auf dem Glauben und den Lehren Jesu basiert, ist das Judentum eine Religion der Gesetze. Die meisten Menschen kennen die 10 Gebote, doch tatsächlich gibt es 613 Gesetze in der Bibel und über Generationen haben Rabbiner diese hunderte Regeln zu tausenden ausgeweitet. Die Gesetze, die festlegen, was man essen darf und was nicht werden zusammenfassend als „Kaschrut“ bezeichnet. Dabei geht es nicht nur darum was gegessen werden darf oder nicht sondern auch um die Art und Weise wie Nahrungsmittel angebaut, produziert, verarbeitet, geschlachtet, gekocht und serviert werden. Es gibt verschiedene Grade von Kaschrut und verschiedene Institutionen, die das koscher-Zertifikat vergeben. Die Art der Kaschrut ist meistens auf dem Produkt verzeichnet.

Ein Beispiel: Rind ist ein koscheres Tier, weil es wiederkäut und Paarhufer ist. Der Schlachter muss speziell ausgebildet sein. Das Messer muss scharf und glatt sein. Auch bestimmte Teile eines koscheren Tieres dürfen nicht verzehrt werden. Beim Braten oder Salzen (das Salz entzieht dem Fleisch das Blut), muss das austretende Blut entfernt werden, denn Blut darf man nicht zu sich nehmen. Das Fleisch muss von einem „fleischigen“ Teller mit „fleischigem“ Besteck gegessen werden, d.h. Teller und Besteck, die nie mit Milchprodukten in Berührung gekommen sind. Soweit die Kurzform, Guten Appetit!

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Kirschtomaten

Anders als in vielen Ländern der Welt, wo der landwirtschaftliche Sektor meist als konservativ gilt, begann in Israel bereits in den 1920er Jahren die Fusion von Technik und Landwirtschaft. Grund dafür sind Land- und Wasserknappheit und die zionistische Vision, die den jüdischen Bauern als Leitfigur voran trug.
Die bis heute größte Errungenschaft ist ein Bewässerungssystem, das ganze Felder auch in den Trockenzeiten äußerst effizient mit Wasser versorgt. Ein anderes Feld stellte die Züchtung neuer Obst- und Gemüsesorten dar, von denen die Kirschtomate die bekannteste ist. Am Anfang wollte man die kleinen Tomaten „Televisions-Tomaten“ nennen und sie als gesunden Snack für Fernsehzuschauer vermarkten, doch der Name kam nicht so richtig gut an. „Kirschtomaten“, wegen der Ähnlichkeit zu Kirschen, funktionierte anscheinend besser.

Cherry tomatoes

Shkedei Marak (soup almonds)

Die wörtliche Übersetzung lautet „Suppenmandeln“ obwohl sie ganz und gar keine Mandeln sind. Shkedei Marak wurden in den 50ern erfunden und aus Mehl und Gewürzen hergestellt. Man gibt sie wie Croutons in die Suppe. Anders als andere Produkte in dieser Liste, die Sie vielleicht unter verschiedenen Namen auch in anderen Ländern finden werden, sind Shkedei Marak wirklich 100% israelisch. Der Werbeslogan dazu, „Die Suppe ist nur der Vorwand“, wurde in Israel zur Redensart.

Shkedei Marak (soup almonds)

 Bamba

In einer Umfrage unter Israelis welches Nahrungsmittel das „israelischste“ ist, würde „Bamba“ vermutlich ziemlich weit oben landen. Es ist leicht Israelis mit der Aussage zu beleidigen, „Bamba“ sei doch nichts anderes als eine Sorte ganz gewöhnlicher Erdnussflips. Aber das ist noch nicht alles: Bamba hält 25% des Marktanteils für Snacks, eine ziemlich eindrucksvolle Statistik. Der Name wurde gewählt, da er so leicht auszusprechen ist. Nicht selten ist „Bamba“ das erste Wort, das ein Baby sagen kann.

Bamba

Grill-flavored Bisli

Als meine deutsche Freundin das erste Mal „Bisli“ probierte, sagte sie, das schmecke wie salziger Dreck. Vielleicht hat sie recht, doch als Kind gab es für mich einen Grund auf die Geburtstagsfeiern von Kindern zu gehen, die ich eigentlich gar nicht mochte: „Bisli“ und Cola. Die ultimative Mischung! „Bisli“ wurde von Osem entwickelt, dieselbe Firma, die auch „Ptitim“ erfand. Da sie eigentlich ein Nudelhersteller waren, waren die ersten „Bisli“, Geschmacksrichtung „grill“, in Nudelform. Manche Leute werden sagen, andere Geschmacksrichtungen, Pizza oder Barbecue, seien besser, aber sie irren sich.

Grill-flavored Bisli

 Frischkäse und Cottage Cheese

In Israel wird Käse nicht geschnitten sondern gestrichen. In einem israelischen Haushalt finden sich zwei Sorten Käse „Weißer Käse“ und „Cottage“. Der Preis für Cottage Cheese wurde bis 2006 staatlich kontrolliert. Diese staatliche Kontrolle wurde aufgehoben um freien Wettbewerb zu ermöglichen und den Preis zu senken, doch ironischer Weise stiegen die Preise an. 2011 kletterte der Preis auf 8 NIS (eine Zunahme von 45% innerhalb von 3 Jahren), was zu Protesten führte, in denen auf Facebook zum Boykott von Cottage Cheese aufgerufen wurde. An diesem Protest beteiligten sich mehrere zehntausend Israelis und der „Cottageprotest“ wurde Teil einer weitaus größeren Protestbewegung, die sich insbesondere auf die hohen Grundstücks- und Mietpreise im Land bezog. Diese Thematik ist seit dem immer wieder in den israelischen Medien präsent.

White cheese and cottage cheese

 Nescafé und Türkischer („Schwarzer“) Kaffee

Dazu kann ich keine gute Geschichte erzählen. Es ist einfach das, was man in Israel trinkt. Kaffeevollautomaten, die Espresso und Cappuccino machen, erobern nach und nach die israelischen Küchen, doch weiterhin meint man mit „Kaffee“ entweder Nescafe oder Türkischen Kaffee. Vielleicht sind sie so beliebt, weil sie so schnell zu machen sind und keine weiteren Gerätschaften erfordern. Alles was man braucht sind Tasse, Löffel, hießes Wasser, Milch (für den Nescafé) und Kaffee. Dazu kann ich keine gute Geschichte erzählen. Es ist einfach das, was man in Israel trinkt. Kaffeevollautomaten, die Espresso und Cappuccino machen, erobern nach und nach die israelischen Küchen, doch weiterhin meint man mit „Kaffee“ entweder Nescafe oder Türkischen Kaffee. Vielleicht sind sie so beliebt, weil sie so schnell zu machen sind und keine weiteren Gerätschaften erfordern. Alles was man braucht sind Tasse, Löffel, hießes Wasser, Milch (für den Nescafé) und Kaffee.

Nescafe and black (Turkish) coffee

 Goldstar

Die Alkoholkultur ist in Israel eine neue Erscheinung. Die Supermarktabteilung in der Wein, Bier und Spirituosen zu finden sind, ist in israelischen Supermärkten kleiner als in anderen Ländern. Nur wenige Leute trinken regelmäßig zuhause Bier. Das meistverkaufte Bier in Israel ist „Goldstar“, ein Pils, das ein drittel des israelischen Marktes bestreitet. Goldstar ist in der Regel das günstigste Bier auf der Getränkekarte, doch der Preis ist (wie für alle alkoholischen Getränke) horrend. In Tel Aviv kann ein Goldstar in der Bar bis zu 30 NIS kosten (ca. 7 Euro).

Goldstar

 Ptitim

Denkt man zurück an die israelische Geschichte, kommen einem hauptsächlich Einwanderung und Kriege in den Sinn. Tatsächlich erlebte Israel eine seiner größten Krisen Mitte der 50er Jahre: Es gab kaum noch Nahrungsmittel im Land. In manchen Jahren reichte der Vorrat an Grundnahrungsmitteln gerade mal für ein paar Tage. Vor dem Hintergrund dieser Krise und der Einwanderung von Juden aus den arabischen Ländern, die es gewohnt waren hauptsächlich Reis und Couscous zu essen, wandte sich Ben Gurion an die Firma Osem, einen großen Nahrungsmittelproduzenten, der insbesondere Nudeln herstellte. Er bat sie einen Reisersatz aus Getreide zu entwickeln. Osem erfüllte den Auftrag und erfand die „Ptitim“, geröstete Pastakügelchen. In den frühen Jahren wurden sie in Israel „Ben Gurion-Reis“ genannt und außerhalb Israels waren sie als „Israelischer Couscous“ bekannt.

Ptitim

 Kakao im Trinkbeutel

Wir haben weder die Schokomilch noch Plastikbeutel erfunden, doch die Kombination dieser beiden ist eine original israelische Eingebung (oder vielleicht auch nicht, ich habe Gerüchte gehört, dass es Kakao im Trinkbeutel auch in Lateinamerika geben soll). Die meisten Israelis verbinden Kakao im Beutel mit den Sommern im Ferienlager. Zum Frühstück gab es ein frisches, unbelegtes Brötchen und einen Beutel kalten Kakao. Wenn Freiheit einen Geschmack hat, dann diesen: Brötchen und Kakao!

Chocolate milk in a bag

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